Politik, bitte aufwachen

Im besten Fall macht man sich abends entspannt im Zug lang, spart die Kosten für eine Nacht im Hotel und kommt am nächsten Morgen ausgeschlafen und pünktlich in der Stadtmitte an.

Thomas Wüpper, Stuttgarter Zeitung

In seinem Kommentar bringt es der Bahnexperte auf den Punkt – die klimaschonende Alternative zum Flugverkehr wurde glatt verschlafen: Längst hätte der nächtliche Schienenverkehr durch politische Allianzen gefördert werden können, zum Beispiel durch niedrigere Trassenpreise, einheitliche Buchungssysteme und Investitionszuschüsse für Liege- und Schlafwagen.

 

 

Unterwegs im Nightjet

Nach dem Rückzug der Deutschen Bahn aus dem Nachtzuggeschäft haben die Österreichischen Bundesbahnen eine neue Verbindung zwischen Innsbruck und Düsseldorf / Hamburg eingerichtet. Dort verkehrt seit Dezember 2016 der „Nightjet“. Der Laufweg führt über Nürnberg, wo Wagengruppen mit den Zügen aus bzw. nach Wien ausgetauscht werden. Allerdings ist dort kein…

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Wieder aufs Gleis gesetzt: Paris – Port Bou

« Paris est à une heure : ½ heure pour s’endormir et ½ heure pour se réveiller.
Paris ist nur eine Stunde entfernt – ½ Stunde Einschlafen und ½ Stunde Aufwachen.»

 

Im letzten Dezember eingestellt – kommt der Nachtzug „Côte Vermeille“ (Rote Küste) ab Juli wieder in Fahrt. Dank einer breiten Mobilisierung, 20.000 Unterschriften und Unterstützung in der lokalen Politik wurde eine Vereinbarung zwischen der Region und dem Staat getroffen: Für zunächst zwei Jahre ist – zumindest an Wochenenden und in den Ferien – wieder die Nachtreise von der Seine an die spanische Grenze möglich.

Weitere Informationen und Petition für die französischen Nachtzüge.

Kreative Langstrecken

Kurswagen werden auf ihrer Fahrt von einem Zug auf einen anderen umgestellt und ermöglichen so umsteigefreie Verbindungen auf weniger stark frequentierten Routen. Schlafwagen wurden häufig auch an Tagesverbindungen angehängt und damit die Reisestrecken bequem verlängert. Wenn man dieses Konzept konsequent ausnutzt, kann es sogar gelingen, Verbindungen zu fahren, die so…

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Geschichten im Nachtzug

Am Abend auf Reisen zu gehen hat etwas unabweisbar Beglückendes.

Leo Pardell in Grand Tour

Fast schon ein Klassiker ist „Grand Tour oder Die Nacht der großen Complication“ von Steffen Kopetzky aus dem Jahr 2002, der selbst auf seine Fahrten als Schlafenwagenbeteuer Eindrücke für seinen Roman sammeln konnte.

Im Roman „Nächster Halt: Südkreuz“ von Roland Siegloff geht es um das aktuelle Thema Migration zwischen Politik und Privatem. Es geht um Gründe und Folgen einer Trennung. Das alles spielt sich in den Liege- und Schlafwagen zweier europäischer Nachtzüge ab.

Und im Südwestrundfunk lief kürzlich ein ausführliches Feature zu Fahrgästen, Kultur und Ende der Nachtzüge. Zum Nachhören.

Nightjet auf Erfolgskurs

Und morgens gibt es Frühstück – das man sich als Schlafwagen-Fahrgast  per Ankreuzen auf einer Speisekarte selbst  zusammenstellen kann. Zum Beispiel grünen Tee, Fruchtjoghurt mit Cerealien, Brötchen, Bio-Käse aus dem Salzburger Land.
Peter Neumann, Berliner Zeitung

Die Berliner Zeitung berichtet über die ersten Erfahrungen mit dem ÖBB-Angebot im Nachtverkehr. Die (aus ursprünglich zwei getrennten Zügen zusammengelegte) Verbindung Zürich – Berlin – Hamburg ist demnach gut ausgelastet und wirtschaftlich. Mögliche Ausweitungen des Angebots im Berlinverkehr werden geprüft.

Nachtzugkarten für Europa

Ein privater Eisenbahnenthusiast hat sich der Aufgabe angenommen, die Nachtzugverbindungen in unseren Nachbarländern (im abgewandelten Stil der ehemaligen CNL) grafisch aufzubereiten. Herausgekommen sind sehr schöne und informative Ergebnisse. Bisher gibt es aktuelle Netz- und Fahrpläne für:

Tipp für Fernwehgeplagte: Auf dem Blog winterrail.de kann man derzeit den Autor virtuell auf seiner Bahnreise durch Nordeuropa begleiten.

Die letzte Fahrt

Süchtig danach, an einem kalten Tag in München loszufahren, durch den Nebel am Brenner, und die erste Sonne eines Mittelmeerhimmels zu sehen.

Ein schöner und rühriger Artikel in der Zeit: Vom persönlichen Abschied eines Zugführers und dem besonderen Erlebnis Nachtreise.

Weitere Einblicke in den Alltag (des Wort All-Nacht existiert ja nicht!) als Schlafwagenschaffner gibt dieses schon etwas ältere Interview der Süddeutschen Zeitung. Und zum Abschluss ein kurzer, aktueller Reisebericht aus der Neuen Zürcher Zeitung.

Gute Nachrichten aus dem Norden und Südwesten

For tourism, the region and increased sustainability.

Für den Tourismus, für die Region und für mehr Nachhaltigkeit.

Magnus Ling, Generalsekretär Svenska Turistföreningen

Die gefährdeten Nacht-Verbindungen nach Nordschweden sind fürs Erste gesichert. In einer Mitteilung bedankt sich die Schwedischen Tourismusvereinigung (hier in englischer Übersetzung) ausdrücklich bei den bisher 57.000 Unterzeichnern der Petition. Bis mindestens 2020 sollen weiter jede Nacht Züge nach Luleå und Narvik verkehren. Und das sogar mit einem erweiterten Angebot und besseren Buchungsmöglichkeiten. Die schwedische Regierung hat sich ausdrücklich zum Gemeinwohlauftrag der SJ bekannt. Damit steigen auch die Chancen zur Erhaltung des Nachtverkehrs in die Provinz Jämtland.

Einen Erfolg gibt es auch aus Frankreich zu vermelden: Die französische Region Okzitanien hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Nachtzuglinie zwischen Paris und Port Bou im Jahr 2017 wieder aufgenommen wird. Allerdings wurden dieses Jahr noch etliche weitere Verbindungen abgeschafft. Die verbliebenen Nachtzüge sind weiter bedroht. Auch hier gibt es eine Petition und eine ausführliche Seite der französischen Initiative „Ja zum Nachtzug„.