Milliarden für Stuttgart 21 – kein Geld für neue Schlafwagen?

S21Der Stuttgarter Hbf wird mit immensem Aufwand zu einer unterirdischen Durchgangsstation umgebaut – die Diskussion ist bekannt. Gewerkschafter gegen Stuttgart 21 sind aus mehreren Gründen auch am Thema Nachtzug:

  1. Schließlich krankt die Citynightline aktuell an veralteten Fahrzeugen und fehlenden Investitionen – deswegen werden Verbindungen gestrichen und die restlichen Wagen zusammengezogen. Für Stuttgart 21 stehen die Kassen weit offen.
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Der schiefe Rahmen

KaputtrechnenWenn Nachtzüge trotz guter Auslastung angeblich keine Gewinne einfahren, liegt das offensichtlich an den hohen Kosten. Natürlich liegen die Gründe für diese Kosten zum Teil in den Besonderheiten des „Produkts“ – Nachtzüge haben weniger Plätze, aber mehr Personalaufwand als Tagesverbindungen. Dafür werden aber je nach gebuchter Komfortklasse auch entsprechende Zuschläge erhoben.

Anders sieht es aus mit der strukturellen Benachteiligung des Schienenverkehrs durch die aktuelle Verkehrspolitik: Für die Nutzung der Strecken und Stationen werden Entgelte fällig. In Deutschland soll der Unternehmensteil „Netz“ der DB Gewinne erwirtschaften – keine andere Verkehrsinfrastruktur tut das! Fernbusse fahren mautfrei, Flughäfen werden massiv subventioniert. Zugbetreiber zahlen Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer, Fluglinien nicht.

Wenn Politiker der Koalition mit Krokodilstränen die angebliche „Unwirtschaftlichkeit“ des Nachtreiseverkehrs bedauern, so ist das nicht einmal die halbe Wahrheit. Die Bundespolitik gibt hier selbst den Rahmen vor und entscheidet über Prioritäten – allzuoft gegen Bahnfahrgäste, Umwelt und Reisekultur.

Siehe dazu auch diese Presseinfo und horche ein Interview mit dem grünen Europapolitiker Michael Kramer:

 

Das Nightstar Projekt

Oder: Der Zug, der niemals fuhr. Im Jahr 1994 wurde der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal eröffnet. Das ursprüngliche Betriebskonzept sah neben den Hochgeschwindigkeitszügen (Eurostar) auch Nachtverbindungen zwischen der britischen Insel und dem Kontinent vor. Geplante Ziele auf der Insel waren neben London die Städte Swansea, Plymouth, Manchester und Glasgow, die…

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Europa braucht eine gemeinsame Vision für Nachtzüge

Ein langsames Sterben der Nachtzüge in Europa ist nicht zwangsläufig, aber es ist möglich, solange keine gemeinsame Vision für ihre Zukunft gefunden wird und die Betreiber keinen pragmatischeren Ansatz wählen, um ihre angebotenen Plätze zu belegen.

(Keith Barrow, International Rail Journal)

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Letzter Nachtzug verlässt Kopenhagen

Am 2. November 2014 fuhr der – vorerst! – letzte Nachtzug von Kopenhagen ab, nachdem die Deutsche Bahn beschlossen hatte, ihn sechs Wochen vor Fahrplanende von der Schiene zu nehmen. Dänen, Schweden und Norweger sind empört – und aktiv: am Abend der Abfahrt verwandelten ein Flashmob den Kopenhagener Hauptbahnhof in…

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