Zukunft Bahn – Sitzen ist das neue Liegen?

DSCN8456In der aktuellen Presseinformation über die Sitzung am 16.12. wird der Nachtzugverkehr nicht erwähnt – die Einstellung eines kompletten Betriebszweigs lässt sich eben doch nicht medienwirksam als Zukunftsprojekt verkaufen. Modisch verklausulierte Aussagen wie: Zum Aufräumen gehört neben personellen und strukturellen Veränderungen auch ein Abbau überbordender Komplexität – beispielsweise eine deutlich vereinfachte Markenwelt, lassen aber in Zusammenhang der bereits zuvor bekannt gewordenen Plänen ahnen, wohin die Reise geht.

Zweifellos sind in dem Programm die Fahrgäste auch etliche positive Ansätze, wie ein deutliche Steigerung der Pünktlichkeit, die rechtzeitige und korrekte Information aller Reisenden, der Aufbau eines WLAN-Netzes und attraktivere Bahnhöfe enthalten.Viele dieser Probleme sind natürlich auch hausgemacht und durch Sparmaßnahmen und den Abbau von Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten in dieser Form erst entstanden.

Äußerst fraglich ist dagegen, wie sich die DB den ausschließlichen Einsatz von Sitzwagen im Nachtverkehr als Beitrag zur einem umfassenden Programm zur Komfortsteigerung an Bord ihrer Züge vorstellt. Mehr Kundenorientierung und damit … eine Steigerung von Produkt- und Servicequalität sehen anders aus – Nachtzüge werden heute bereits gut nachgefragt und könnten im Sinne eines „Wir spielen offensiv“ von Bahnchef Grube als echte Alternative zu Kurzstreckenflügen und Fernbussen aufgebaut werden. Nur müsste man sich dazu daran erinnern, dass der Mensch am Liebsten im Liegen schläft und gar kein Interesse hat, dank Hochgeschwindigkeit früh um 4:00 Uhr am Ziel anzukommen.

(alle kursiven Texte sind Originalzitate aus der Pressemeldung der DB AG)

Ein Kommentar

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