London – Madrid über Nacht

DSCN8514Liegt die Zukunft des Nachtverkehrs in schnelleren Zügen? Der europäische Eisenbahnverband UIC hat im Jahr 2014 eine Studie (eine Präsentation kann nach Registrierung heruntergeladen werden) dazu erstellt. Neue, längere Nachtverbindungen könnten demnach auch die Hochgeschwindigkeitsstrecken nutzen. Thomas Sauter-Servaes von der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der an dieser Untersuchung mitgewirkt hat, erläutert in der Neuen Zürcher Zeitung das Konzept: Mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h wären Entfernungen zwischen 1.200 und 2.000 km in einer Nacht überwindbar. Würden nur 3 % der heutigen Flugpassagiere umsteigen, wären solche Züge gut ausgelastet.

Sauter-Servaes benennt weiters die Bedingungen, die dem Nachtzugverkehr heute zu schaffen machen und unter denen auch ein Hochgeschwindigkeitsangebot nicht wirtschaftlich zu betreiben wäre:

  • nächtliche Bau- und Unterhaltungsarbeiten an den Strecken
  • Kapazitätsengpässe der großen Zielbahnhöfe in den Morgenstunden
  • hohe Trassenpreise, die bis zu 60% der Kosten ausmachen

Letztere sind der entscheidende Ansatzpunkt, um zumindest eine Chancengleichheit gegenüber dem Luftverkehr herzustellen. Die Politik müsste also entweder die Trassenpreise zugunsten des Nachtverkehrs senken oder Flugreisen mit ihren wahren Kosten belasten.

 

Ein Kommentar

  1. Pingback:Nachtzüge: Welche Relationen sind sinnvoll | Karl Brodowskys Blog

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