Mit dem Nachtzug auf Hochzeitsreise

Hochzeit feiern. Ein Samstag im Mai. Am Abend darauf steigen wir am Münchner Hauptbahnhof in den Nachtzug. In der Abenddämmerung rollen wir aus München hinaus. Das Voralpenland lässt sich noch erahnen, dann ist es vollständig dunkel. Irgendwo da draußen die kühlen Alpentäler, Gipfel, satte Wiesen. Bevor wir aufwachen, nehmen wir das Rattern des Zugs auf den Gleisen war. Dann die dichte, feuchte Luft des Mittelmeeres. Vororte im Morgengrau. Die Bremsen quietschen. Roma Termini. Raus aus dem Bahnhof und rein in die erstbeste Bar. Cappuccino und Brioche. Wenige Tage dort, und die Reise geht weiter. Bis wir einige Wochen später am eher unscheinbaren Bahnhof von Istanbul abends in den Schienenersatzbus an die bulgarische Grenze steigen. Nachtzug nach Sofia. Tag in Sofia. Nachtzug nach Belgrad. Tag in Belgrad. Nachtzug nach Wien. Tag in Wien. Dann wieder die deutsche Grenze passieren, unmerklich, damals noch unmerklich. (twi)

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