Neues aus Europa

„Mit dem Wiederhochfahren bringen wir Europa nach der Krisenzeit wieder den Nachtzug und so auch ein Stück Normalität zurück!“

Andreas Matthä, ÖBB

Seit kurzem verkehren die Nightjets der ÖBB wieder grenzüberschreitend. Und auch sonst tut sich in Sachen Nachtverkehre Einiges – trotz oder gerade wegen der Coronakrise:

In Österreich und Frankreich wurden die Rettungspakete für die nationalen Fluglinien mit klimapolitischen Bedingungen versehen – künftig dürfen keine Inlandsflüge auf Strecken, die auch gut per Bahn bedient werden, mehr angeboten werden.

Gute Nachrichten für alle Nachtzugfreunde: Das Nightjet-Netz wird weiter ausgebaut. Neben 500 Millionen Euro Investitionen in neue Nachtzuggarnituren für die ÖBB werden auch ab 2024 10 Millionen Euro für die Subvention von innerösterreichischen Nachtzugverkehren bereitgestellt.

In Spanien wollte die RENFE im Windschatten der Krise ihre Nachtverbindungen komplett einstellen. Angesichts heftigen Gegenwinds wurde diese Entscheidung inzwischen aber revidiert.

Neben dem geplanten neuen Nachtzug von Malmö über Hamburg nach Köln wird Schweden auch in Zukunft wieder per Nachtzug mit Berlin verbunden sein. Der private Betreiber Snälltåget fährt zwar wegen der Pandemie im Sommer 2020 keine Züge. Ab 2021 sollen seine Züge dann über Hamburg und Dänemark nach Stockholm fahren.

Rund um Deutschland tut sich Einiges

… so könnte das Fazit eines Berichts im Deutschlandfunk lauten. Auch der Beitrag von NTV kommt zu dem Schluss, dass viele Menschen gerne umweltfreundlich mit dem Nachtzug reisen würden, aber gerade die deutsche Regierung und die Deutsche Bahn das beharrlich ignorieren. Die Österreicher sollens eben richten. Anders dagegen die z.B.…

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Kommt der Ausstieg aus dem Ausstieg?

In Deutschland schläft die Bahn, in Österreich der Kunde – und kommt dabei noch ausgeruht und pünktlich ans Ziel.

Oliver Luksic (FDP)

Gut drei Jahre nach dem Aus für die Nachtzüge der DB im Dezember 2016 wird diese Entscheidung zunehmend in Frage gestellt. So berichten ARD und ZDF, dass sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer „prinzipiell offen“ für eine Korrektur zeige. Zwischen der DB und den österreichischen und schweizerischen Bahnen gebe es offenbar bereits Gespräche über eine weitergehende Kooperation.

Die DB AG sah sich zwar gleich zur Klarstellung genötigt, dass man nicht an eigene Schlaf- und Liegewagen denke. Allerdings mit dem Zusatz: „derzeit“. Denn der politische Druck steigt. So hat zuletzt auch die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder dahingehend an die Bahn appelliert.

Die angestrebten Verbesserungen – etwa bei der Ticketbuchung – sind sicher von Nutzen für die Fahrgäste. Um die klimaschonende Nachtreise hierzulande wieder zu etablieren, braucht es aber vor allem eins: Mehr Züge und weitere Destinationen. Reisende in Deutschland brauchen attraktivere Ein- und Ausstiegszeiten, als diese allein die durchfahrenden Nightjets bieten können. Laut Tagesspiegel haben die ÖBB bereits einen gemeinsamen Betrieb oder ein Gemeinschaftunternehmen angeboten.

DB verpasst den Anschluss

Anfangs waren die Österreicher fast die einzigen, die an eine Zukunft für Nachtzüge geglaubt haben – inzwischen gibt es aber in vielen Ländern wieder Aufwind. Nicht zuletzt das wachsende Klimabewusstsein trägt dazu bei, dass die Züge ausgelastet sind und neue Verbindungen nachgefragt werden. Der Artikel der „Die rollende Jugenherberge“ aus…

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Zu wenig Schlafwagen

Der Nightjet von Zürich nach Hamburg und Berlin ist beliebt. Trotz anhaltend hoher Nachfrage wird die ÖBB aber nun die Kapazitäten für den Berliner Zugteil reduzieren. Ab dem 15. Dezember gilt: Nur noch ein Schlafwagen für Berlin und zwei für Hamburg. Liege- und Sitzwagen bleiben erhalten. Neue Wagen sind beauftragt,…

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Es Zugfahrn is es leiwandsde …

Die Österreichischen Bundesbahnen präsentieren die Innenausstattung der neuen Nightjets, die ab 2022 im Einsatz sein genommen werden. Die neuen, siebenteiligen Nachtzüge bestehen aus: Zwei Sitzwagen, drei Liegewagen und zwei Schlafwagen. In den Liegewagen werden zusätzlich Minisuiten angeboten, um Alleinreisenden mehr Privatsphäre bieten zu können. Es soll aber auch weiterhin Familienabteile…

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Bald geht’s wieder flux – nach Benelux

Die Österreichischen Bundesbahnen werden ab Januar jeweils Mittwochs und Sonntags eine Nachtverbindung nach Brüssel – und in der Nacht darauf zurück nach Österreich anbieten. Zielpublikum sind offenkundig Dienstreisende, die in die Hauptstadt der Europäischen Union fahren. Aber auch für touristische Zwecke ist diese Verbindung interessant. Sei es nach Belgien selbst…

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Späte Einsicht bei der DB?

Der Zeitgeist spricht für eine Renaissance der Nachtzüge

DB Vorstandsvorsitzender Richard Lutz

Die Deutsche Bahn erwägt offenbar den Ausstieg aus dem Ausstieg und könnte in Zukunft wieder echte Nachtzüge anbieten. In einem Artikel der Wirtschaftswoche weist Bahnchef Lutz auf erste Gespräche mit den ÖBB und den SBB hin. Damit könnte es erneut zu einer Kooperation von Deutscher, Österreichischer und Schweizer Bahnen kommen, die anfangs auch die CityNightLine gemeinsam betrieben hatten.