Der schiefe Rahmen

KaputtrechnenWenn Nachtzüge trotz guter Auslastung angeblich keine Gewinne einfahren, liegt das offensichtlich an den hohen Kosten. Natürlich liegen die Gründe für diese Kosten zum Teil in den Besonderheiten des „Produkts“ – Nachtzüge haben weniger Plätze, aber mehr Personalaufwand als Tagesverbindungen. Dafür werden aber je nach gebuchter Komfortklasse auch entsprechende Zuschläge erhoben.

Anders sieht es aus mit der strukturellen Benachteiligung des Schienenverkehrs durch die aktuelle Verkehrspolitik: Für die Nutzung der Strecken und Stationen werden Entgelte fällig. In Deutschland soll der Unternehmensteil „Netz“ der DB Gewinne erwirtschaften – keine andere Verkehrsinfrastruktur tut das! Fernbusse fahren mautfrei, Flughäfen werden massiv subventioniert. Zugbetreiber zahlen Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer, Fluglinien nicht.

Wenn Politiker der Koalition mit Krokodilstränen die angebliche „Unwirtschaftlichkeit“ des Nachtreiseverkehrs bedauern, so ist das nicht einmal die halbe Wahrheit. Die Bundespolitik gibt hier selbst den Rahmen vor und entscheidet über Prioritäten – allzuoft gegen Bahnfahrgäste, Umwelt und Reisekultur.

Siehe dazu auch diese Presseinfo und horche ein Interview mit dem grünen Europapolitiker Michael Kramer:

 

Letzter Nachtzug verlässt Kopenhagen

Am 2. November 2014 fuhr der – vorerst! – letzte Nachtzug von Kopenhagen ab, nachdem die Deutsche Bahn beschlossen hatte, ihn sechs Wochen vor Fahrplanende von der Schiene zu nehmen. Dänen, Schweden und Norweger sind empört – und aktiv: am Abend der Abfahrt verwandelten ein Flashmob den Kopenhagener Hauptbahnhof in…

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Alle reden von Europa – die DB nicht

In Anlehnung an die alte Bundesbahnreklame „Alle reden vom Wetter…“  – lautet so das Motto des Protestes von Bahnbeschäftigten gegen die Streichung von Nacht- und Autozugverbindungen, der unter anderem von der Grünen Liga e.V. unterstützt wird. Das Bündnis von Umweltgruppen. Das Bündnis von Umweltgruppen der ehemaligen DDR bietet das Motiv…

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